i-SiNUS Internatonal Sinus Institute

Wissenschaftliche Informationen zur Nasentamponade

Nasentamponaden können Patienten Angst machen. Dies sollte heute nicht mehr so sein, weil in der modernen endoskopischen Nasennebenhöhlenchirurgie  entweder auf Nasentamponaden verzichtet wird oder moderne, Patienten freundliche Materialien eingesetzt werden können.

Die Tamponade nach einer Nasen- und Nasennebenhöhlenoperation dient

  • der Blutstillung,
  • der Verhinderung unerwünschter Narbenbildungen und Verwachsungen oder einem erneuten Zuwachsen operativ geschaffener Öffnungen und
  • ggf. der inneren Stabilisierung des knorpelig-knöchernen Nasengerüstes, der Nasenmuscheln oder Weichteilstrukturen wie z.B. Schleimhautlappen.

Nasentamponaden wirken entweder über

  • die Ausübung von Druck,
  • eine Platzhalterfunktion durch Einnahme eines vorgegebenen Raumes,
  • die Schaffung eines feuchten Milieus zur Gewährleistung des normalen Ablaufes der durch die Evolution optimierten körpereigenen Wundheilungsvorgänge (z.B. durch Okklusion),
  • die Ausübung einer Barrierefunktion,
  • oder die Beeinflussung der körpereigenen Blutstillungs- und Reparationsprozesse.

Nasentamponaden können grob unterteilt werden in

  • sogenannte Formkörpertamponaden (konventionelle Tamponaden), die als Ganzes eingebracht und wieder entfernt werden und
  • sogenannte resorbierbare Tamponaden, auch hämostatische oder biologisch abbaubare Tamponaden genannt, die einem Zerfallsprozess unterworfen sind und entweder zerfallen, abgesaugt werden, sich auflösen oder ausgespült werden.

Am Ende jeder Operation muss sorgfältig geprüft werden, ob eine Nasentamponade nötig ist und ob spezielle Risiken vorliegen, die für oder gegen eine Nasentamponade sprechen.

Nasentamponaden sind z.B. nötig bzw. sinnvoll

  • bei Patienten mit Gerinnungsstörungen, die sich trotzdem einer Nasennebenhöhlenoperation unterziehen müssen,
  • bei persistierender Blutung am Ende der OP trotz sorgfältiger Blutstillung,
  • bei einem „erhöhten“ Nachblutungsrisiko

Manche Patienten haben sehr große Angst vor der tamponierten Nase und wollen eine Nasentamponade auf jeden Fall vermeiden. Diesem Wunsch kann meistens entsprochen werden! Es muss dann in Kauf genommen werden, dass die Nase über Nacht eine blutige Sekretion aufweist, die den Patienten verunsichern kann. Andererseits ist auch nach dem Einbringen einer Nasentamponade eine teils blutige Sekretion nach vorne oder hinten nicht ungewöhnlich.

Wichtig ist

Nasentamponaden vermeiden, welche die Schleimhaut schädigen und zu Schmerzen und Blutungen beim Entfernen führen.
Wenn nötig, sollten heute nur noch Tamponaden mit glatter Oberfläche verwendet werden.
Der Einsatz sogenannter auflösbarer Tamponaden kann derzeit noch nicht abschließend bewertet werden. Manche Materialien fördern eine ungünstige Narbenbildung.

Okklusion Nase

Wunden heilen schneller und besser bei feuchter Umgebung!

Das Zukleben der Nase (sogenannte Okklusion) ist als Methode der Nachbehandlung sehr empfohlen. Es ist derzeit die einzige effektive Möglichkeit, ein dauerhaft feuchtes Wundmilieu sinnvoll zu realisieren. Es fördert die Abheilung der Wunde in der Nase. An der Haut führt die Okklusion von Wundflächen zur Beschleunigung der Überhäutung, geringeren Narbenbildung, einem verbesserte ästhetischen Ergebnis und weniger postoperativen Schmerzen und Infektionen.

Das Zukleben der Nase beschleunigt den Wundverschluss und erleichtert die Nachbehandlung wesentlich, weil die Krustenbildung deutlich reduziert (oder gar nicht mehr vorhanden) ist und meist nur kleinere Blut- und Sekretreste abgesaugt werden müssen. Es entstehen weniger Schmerzen. Trotz der behinderten Nasenatmung (die  Nase ist „zu“) akzeptieren die Patienten dies fast immer gut, weil sie den Nutzen für sich verstehen und die bestmögliche Therapie wünschen.