i-SiNUS International Sinus Institute

Stents

Stents in der endoskopischen Nasennebenhöhlenchirurgie (Hosemann W, Kühnel T, Weber R. Aktuelle Übersicht: Stents und Platzhalter in der endoskopischen endonasalen Nasennebenhöhlenchirurgie. Laryngorhinootologie. 2018 Sep;97(9):606-614)

Als „Stent“ wird ein medizinisches Implantat bezeichnet, welches Gefäßabschnitte, Teile von Hohlorganen oder neu geschaffene gewebliche Zugänge offen halten soll. Stents entsprechen damit röhrenförmigen Platzhaltern (im Gegensatz zu soliden Platzhaltern, den sog. „Spacern“), sie bestehen i.d.R. aus Metallen und Kunststoffen. Im Bereich der Nasennebenhöhlenchirurgie dienen Stents dem Offenhalten operativ geschaffener Neoostien und/oder einer Verhinderung narbenbedingter Stenosen und Synechien.
Vergleichsweise neu ist ein resorbierbarer Polylactid-co-Glycolid – Stent mit Beladung durch Mometason in verschiedenen Ausführungen und Größen (Propel®, Propel mini®, Propel contour®)

Das selbst expandierende, gitterförmige Polysaccharid-Polymer löst sich innerhalb weniger Wochen auf und setzt in dieser Zeit Kortison frei.
Die Implantate sollen als mechanische Platzhalter wirken und über das freigesetzte Kortikosteroid sowohl die Wundheilung als auch eine zugrunde liegende chronische Rhinosinusitis günstig beeinflussen. Ihre Gitterstruktur soll den Erhalt der lokalen Sekretdrainage gewährleisten.
Klinische Studien belegen die grundsätzlich gute Handhabbarkeit, Sicherheit (u.a. bezüglich des Plasma-Spiegels von Mometason und Cortisol sowie sekundärer Effekte wie Augen-Innendruck, Linsentrübung), Verträglichkeit und Effektivität (Verhinderung einer Lateralisation der mittleren Nasenmuschel, Schleimhautschwellung und Adhäsionen) des Propel-Stents. Bei Einsetzen in den Siebbeinschacht wurden postoperative Adhäsionen und narbige Lateralisationen der vertikalen Lamelle der Concha media signifikant reduziert; die örtliche Schleimhautentzündung mit neuer Polypenbildung wurde vermindert und die Indikation für orale Steroide oder spezielle postoperative Interventionen musste seltener gestellt werden. Als ungünstige Nebeneffekte wurden Verkrustungen, olfaktologische Missempfindungen und Granulationen berichtet.

Für die Anwendung im Stirnhöhlenzugang ist eine Reduktion der Rate postoperativer Interventionen und der Rate von Restenosen der Neo-Ostien beschrieben.

Biologika

Biologika zur Therapie bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) (Bachert C, Zhang N, Hellings P, Bousquet J. Endo-type driven care pathways in patients with CRS. J Allergol Clin Immunol 2018; 141: 1543-1551)